Die Glenwood Avenue ist Teil des Viertels Rogers Park, das nach einem frühen Siedler aus dem 19. Jahrhundert benannt ist. Dieser hatte den Grund und Boden dieser Gegend von einigen lokalen Indianerstämmen, einer davon waren die Pottawatomi, nach denen heute noch ein Park nahe Clark Street und Rogers Avenue benannt ist, abgekauft. Das Gebiet wird östlich vom Lake Michigan, nördlich von der Howard Street, westlich vom Ridge Boulevard und südlich von der Devon Avenue begrenzt. Rogers Park ist der nördlichste Stadtteil von Chicago, er war vor der Eingemeindung in 1893 eine ländliche Gegend, die vor allem von deutschen Einwanderern geprägt war. Als Folge des 2. Weltkrieges sind weitere Ethnien zugezogen, so dass Rogers Park heute mit 80 Ethnien die diversifizierteste Gemeinde von ganz Illinois ist. Die alles überstrahlende Institution der Gemeinde ist die Loyola University Chicago. Als bekannte Sehenswürdigkeiten sind die Madonna Della Strada Chapel, eine Stammkapelle der Jesuiten von Chicago als auch die Rogers Park Baptist Church zu erwähnen. Die spätere First Lady Betty Ford stammt aus Rogers Park.

Diese Fakten vorausgeschickt kann es nicht verwundern, dass in einer solch bunten Gegend viele Feste gefeiert werden, unter denen das Glenwood Avenue Arts Fest besonders hervorsticht, obwohl es erst seit neun Jahren besteht. Wie bodenständig ein Künstlerwettbewerb sein kann, zeigt das Anliegen, beim diesjährigen (2010) Wettbewerb für eine Verschönerung der 12 Eisenbahnunterführungen des Viertels zu sorgen. Über 200 Künstler haben sich schon gemeldet und aus ihren Entwürfen wird eine Jury die besten auswählen und auszeichnen.

Was zeichnet den Glenwood Avenue Arts District Chicago aus?

Ansonsten gibt es eine Vielzahl von Aktivitäten, seien es Bands, die zum Tanz aufspielen, seien es Theatergruppen, die auf öffentlichen Bühnen Szenen aus ihrem Repertoire aufführen. Etwas Besonderes hat sich der bekannte Chicagoer Künstler Lewis Lane einfallen lassen, als er eine Reihe von Geschäften dafür gewinnen konnte, ihre Schaufenster für die Werke bekannter Namen der lokalen Kunstszene zur Verfügung zu stellen. Darunter finden sich Maler wie Angela Fegan, Cesar Pedro, Joan Shapiro, Marvon Tate oder Terri Horning. Die Sonsoren des Festivals vereinen sich in vermeintlich unvereinbaren Kombinationen wie die lokale Waldorfschule neben dem Heartland Cafe, die First Bank neben der Glenwood Bar. Das Chicago Magazine hat schon in 2008 begeistert vermerkt, dass der Glenwood Avenue Arts District in Rogers Park „unser neuer Lieblingsausflugsziel“ ist. Und die Chicago Sun-Times formulierte: „Womöglich ist es an der Zeit, unseren Glenwood Avenue Arts District Chicago als die Chicagoer Antwort auf den Off-Broadway zu bezeichnen, immerhin sind die beiden Theater Lifeline Theatre und Theo Ubique Theatre Company unter den Nominierten und sind in der schmalen Eisenbahnstraße gelegen. Beide Theater sind natürlich am “Glenwood Avenue Arts Fest“ beteiligt. Selbst die New York Times hat schon Notiz genommen und den Glenwood Avenue Arts District Chicago als eines der Stadtviertel bezeichnet, die Chicago “funky” machen.

Hervorgehoben wird in Berichten über den Glenwood Avenue Arts District Chicago unisono der ethnische Mix, der sich in einer bunten Vielfalt an Restaurants und anderen Aktivitäten ausdrückt. Da findet sich die mexikanische Bäckerei neben dem Hippie Bücherladen, der chinesische Schnellimbiss neben dem von einem temperamentvollen Jamaikaner betriebenen Friseurladen mit einem Billiardtisch im Hinterzimmer. Unter den kulinarischen Höhepunkten ist das „Taste Food & Wines“ oder der Edelitaliener „Gruppo di Amici“ zu erwähnen. Als Sensation hat das grüne Restaurant „Uncommon Ground“ eingeschlagen, das Gemüse und Kräuter für seine Küche auf dem Dach anbaut und ansonsten Produkte aus der Umgebung, bevorzugt von Familienbetrieben, bezieht. Es wurde in 2008 vom Chicago Magazine als das beste „Neue Restaurant“ ausgezeichnet und zum besten Coffeehouse in Chicago gewählt. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass sich die Betreiber jeden Abend einen anderen Event einfallen lassen.